Rechtsextreme bedrohen Gastwirt in Passau

Wann
Wo
Passau

Dem „Kampf gegen Links“ hat sich bundesweit eine neue rechtsextreme Initiative verschrieben, die sich selber „Interventionistische Rechte – Kommando Otto Skorzeny“ nennt. Diese, vermutlich aus dem AfD-nahen Umfeld stammende Initiative hat es sich nach eigenen Angaben zum Ziel gemacht Wirte explizit zu bedrohen, die linken bzw. antifaschistischen Gruppierungen oder Parteien ihre Räumlichkeiten für Versammlungen oder Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Betroffen ist, wie die PNP berichtet, auch das Wirtshaus "Goldenes Schiff" in Passau. Konkret droht die Initiative in E-Mails an Wirte und auf ihren Websites: „Nun wendet sich die Interventionistische Rechte - Kommando Otto Slorzeny [Anm.: Fehler im Original] - an alle Gastwirte mit dem Appell, ihre Räumlichkeiten nicht für Veranstaltungen linker, grüner bzw. antifaschistischer Gruppierungen oder Parteien zur Verfügung zu stellen, um Entglasung und/oder farbliche Veränderung der Fassade ihrer Gaststätte zu vermeiden.“. Begründet wird dies als Racheaktion, da linke Organisationen wie die Antifa verhindern, dass „rechte Gruppierungen oder Parteien in deren Räumlichkeiten Versammlungen oder Veranstaltungen durchführen“.

Auf der Website der „Interventionistischen Rechten – Kommando Otto Skorzeny“ (österreichischer Offizier der Waffen-SS, zuletzt im Rang eines SS-Obersturmbannführers und prominentestes Mitglied der Burschenschaft Markomannia Wien) finden sich dabei Bilder eines Gasthauses in Winzer, welches laut PNP Bericht im April 2017 nach einer Großveranstaltung der AfD Deggendorf mit Parteichef Jörg Meuthen mit dem Slogan "Hier fühlen sich Rassisten wohl" bedacht wurde. (PNP-Bericht)

Von den Drohmails der „Interventionistischen Rechten – Kommando Otto Skorzeny“ betroffen sind Wirte bundesweit, die in der Vergangenheit ihre Räumlichkeiten der AfD nicht zur Verfügung stellen wollten, und/oder, solche die andere Parteien, wie die SPD, die Grünen o.ä. beherbergten und die über die „Termin“-Sparten der Parteien-Websites ermittelbar sind. Konkrete Fälle sind inzwischen u.a. bekannt aus Augsburg (anlässlich einer SPD-Weihnachtsfeier im Dezember 2017), aus Gauting, Leipzig, Essen, Passau und weitere. Inzwischen ermittelt laut Augsburger Allgemeine und anderen Medien, der Staatsschutz. Das Bündnis „Essen stellt sich quer“ erklärt, die Polizei nehme solche Schreiben ernst und ermittle wegen verschiedener Delikte (Essen stellt sich quer Facebook)


Mehr in der Chronik zu Februar 2018

POINT (13.431947 48.566736)